Farbarten - Bring Farbe ins Leben

In den vier Wänden ist ein neuer Anstrich fällig. Doch welche Farbe nehmst du am besten für welches Zimmer? Für das Bad und die Küche benötigest du auf jeden Fall eine wasserfeste Farbe, für die anderen Räume solltest du eine Farbe verwenden, die auch mehrmals übermalt werden kann, denn Abwechslung muss sein!

Doch bevor du dich ans Malen machst, solltest du dich mal mit den unterschiedlichen Arten und Funktionen von Farben auseinander setzen.

Bestandteile und Funktionen von Farben:

  • Das Bindemittel verklebt die einzelnen Bestandteile miteinander und verankert im Untergrund.
  • Das Farbmittel ist für die Farbgebung, die Deckkraft und die Fülle der Farbe verantwortlich.
  • Das Löse-/Verdünnungsmittel löst bzw. verdünnt das Bindemittel (z. B. Wasser)
  • Die Zusatzstoffe verbessern verschiedene Eigenschaften wie beispielsweise Glanz, Verlauf, Verarbeitung und Härte.

Diese vier Hauptbestandmittel mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften machen eine Farbe aus.

Die Farbe sollte der Norm DIN EN 13300 entsprechen, denn das garantiert dir, dass sie die wichtigsten Mindestanforderungen erfüllt. Zu diesen Anforderungskriterien zählen die Nassabriebbeständigkeit (Beständigkeit gegen Verschmutzung), der Glanzgrad und das Deckvermögen in Verbindung mit der Ergiebigkeit. Achtest du darauf, kannst du Farben untereinander vergleichen und die für dich Passende wählen.

Was die Farbe / der Anstrich können muss, hängt insbesondere von der Nutzung des Raums bzw. der Beanspruchung der Wand ab.

Welche Arten von Farben gibt es?

1. Dispersionsfarbe

Die Dispersionsfarbe ist der Klassiker unter den Wandfarben. Sie wird durch Kunststoff gebunden und auf Basis von synthetischem Kautschuk oder Kunstharz hergestellt. Die Bindemittel sind nicht wasserlöslich, die Farbe selbst hingegen wasserverdünnbar. Der Kunststoff wird im nassen Zustand mit der gleichen Menge an Wasser gemischt, welches dann an der Wand verdunstet und einen dünnen Kunststofffilm hinterlässt, wodurch die Farbe nicht wieder abgewischt werden kann. Die Dispersionsfarbe hat eine gute Haftung und ist somit für die meisten Untergründe geeignet.


Zu unterscheiden ist zwischen wisch- und waschfester Dispersion. Erstere ist für Räume geeignet, an die nicht allzu hohe Ansprüche gestellt werden wie zum Beispiel Garagen oder Kellerräume. Diese günstige Variante deckt weniger gut, benötigt meist zwei Anstriche und lässt sich leicht wieder abwaschen. Die etwas teurere Variante – die waschfeste und hochdeckende Dispersion – ist speziell für Wohnräume geeignet.

Ein großer Vorteil der Dispersionsfarbe anderen Materialien gegenüber ist, dass diese mehrmals übermalt und so auch für strapazierte Räume verwendet werden kann. Sie ist leicht zu verarbeiten und schont Gesundheit und Umwelt. Zu kaufen gibt es diese meist in Weiß mit der passenden Volltonfarbe zum Abtönen dazu.

2. Latexfarbe

Auch die Latexfarbe besteht aus einem Kunststoffbindemittel und gehört zu der Gruppe der Dispersionsfarben. Wegen ihren besonderen Eigenschaften wird sie allerdings als eigenes Produkt ausgewiesen. Die Latexfarbe ist wasserdampfdurchlässig, strapazierfähig, unempfindlich, aufgrund ihrer hohen Scheuerbeständigkeit äußerst schwer wieder zu entfernen, dabei aber dennoch leicht zu reinigen. Sie ist gut für Kinderzimmer oder Treppenhäuser und aufgrund ihrer Wetterbeständigkeit auch für den Außenbereich verwendbar. Angeboten wird die Farbe in matter, seiden- und hochglänzender Form.

3. Leimfarbe

Leimfarbe besteht – wie der Name schon vermuten lässt – aus dem natürlichen Rohstoff Leim sowie Kreide und Wasser. Als Bindemittel wird pflanzlicher Stärkeleim oder Zelluloseleim verwendet, was bedeutet, dass das Bindemittel immer wasserlöslich bleibt und es nicht für Bäder, Küchen oder Keller verwendet werden sollte. Mit Leimfarbe eine andere Farbe zu überstreichen funktioniert nicht – es muss zuvor die andere Farbe mit Wasser gründlich abgewaschen werden. Die Leimfarbe ist als Pulver erhältlich und wird mit Wasser angerührt. Sie ist gesundheitlich unbedenklich und preiswert.

4. Kalkfarbe

Auch hier kann vom Namen auf die Kernbestandteile geschlossen werden: Gelöster Kalk und Wasser werden ohne weitere Zusatzstoffe vermengt. Der Kalk wirkt gleichzeitig als Bindemittel wie auch als Färbestoff. Kräftige Farbtöne sind bei Kalkfarben erst nach mehreren Anstrichen möglich. Der Anstrich ist feuchtigkeitsunempfindlich und eignet sich daher für Küchen, Bäder, Lagerräume und Keller. Kalkfarbe kann auf Kalk-, Kalkzement- und Zementputze sowie Schalungsbeton, Mauersteinen, Wänden und Decken aufgetragen werden. Für den Außenbereich ist die Kalkfarbe nicht geeignet.

5. Zementfarbe:

Die Zementfarbe besteht aus Weißzement und Kalk und kann für Unterwasserflächen oder feuchte Untergründe (z.B. Schwimmbecken) verwendet werden. Sie eignet sich für dieselben Anstriche wie die Kalkfarbe, ist aber etwas spröder, kann leichter reißen und lässt sich ebenso nur geringfügig abtönen.

6. Reinsilikatfarbe

Wird auch als Wasserglasfarbe oder Keimfarbe bezeichnet. Sie ist eine dickflüssige, farblose, ölige Flüssigkeit, die aus dem Zusammenschmelzen von Quarzsand, Kalciumcarbonat und Kohle gewonnen wird. Die Reinsilikatfarbe enthält keine Kunststoffe, Lösemittel oder Konservierer und ist vor allem für Anstriche auf Mauerwerke geeignet.

7. Volltonfarbe:

Die Volltonfarbe ist hauptsächlich für die Farbgebung von weißer, wasserverdünnbarer Farbe zuständig, kann aber auch direkt verarbeitet werden. Wird sie für die Farbgebung verwendet, dann meist in Kombination mit einer Dispersionsfarbe. Volltonfarben sind witterungs- und scheuerbeständig und können sowohl im Innen- als auch im Außenbereich eingesetzt werden.