Urban Gardening – Garten in der Stadt

Urban Gardening gilt als Trend, der mittlerweile in Großstädten weltweit Zulauf findet. Das „städtische Gärtnern“, bedeutet nicht mehr als einen Garten in der Stadt anzulegen bzw. ungenutzte Fläche umzuwandeln.

Urban Gardening

Auf vereinzelten Balkongärtnern in den Städten dieser Welt wird an allen möglichen und unmöglichen Orten gebuddelt, gepflanzt und geerntet. Es soll nicht ausschließlich in privaten Bereichen angepflanzt werden, sondern auch auf öffentlich zugänglichen Flächen wie z.B. Brachen, Dächern, Mauern oder Grünstreifen. Es kann alles angebaut werden, das auch auf wenig Platz gedeiht wie Gemüse, Kräuter, regionale Obstsorten oder Blumen. Mit jedem Beet wird wieder ein Stück Natur in die Stadt geholt. Je größer die Anbaufläche, desto vielfältiger die Saat.

Geschichte des Urban Gardenings:

Die Idee des urbanen Gartens ist keine Neue, denn bereits in der Antike und im Mittelalter waren die Städter vielmehr Ackerbürger und eigene Gärten waren in ihrem Lebensraum ein fixer Bestandteil. Bereits seit dem 19. Jahrhundert gibt es Klein- bzw. Schrebergärten an den Stadträndern und in Kleingartenkolonien. Die seit Mitte der 90er Jahre stetig wachsende urbane Gartenbewegung scheint ihre Wurzeln in den New Yorker Gemeinschaftsgärten der Siebzigerjahre zu haben.

Aus diesen frühen Gemeinschaftsgärten haben sich verschiedenen Konzepte nicht-kommerzieller kollektiver Gartenprojekte entwickelt und weiter verbreitet. Die Arten reichen von Interkulturellen Gärten, über Community Gardens, City Farms bis hin zu Nachbarschaftsgärten oder auch Guerilla Gardening.

Ausprägungen Urban Gardening:

  • Community Gardens oder Gemeinschaftsgärten ist der Oberbegriff für kollektiv betriebene Gärten, die sich meistens in der Stadt befinden. Die Flächen dieser Gärten werden hauptsächlich als Gruppe (Nachbarn, Kirchen, Schulen, politische Gruppen etc.) genutzt und sind teilweise öffentlich zugänglich.
  • Nachbarschaftsgärten befinden sich in Höfen oder zwischen Häusern und werden von einer Anwohnergemeinschaft betrieben.
  • Interkulturelle Gärten sind Gemeinschaftsgärten, in denen Menschen verschiedener Herkunft Obst und Gemüse anbauen. Sie sollen den internationalen Austausch fördern, bieten Bildungsangebote und sind therapeutische Stätten und Zufluchtsorte.
  • City Farms und Kinderbauernhöfe sind eine Mischform, wo Nutztiere gehalten werden (Pferde, Schafe, Ziegen, Hühner etc.) und meistens noch ein Garten betrieben wird. Mitmach-Angebote wie Reiten, Gärtnern und klassische Hofarbeiten sind hier Gang und Gäbe.
  • Guerilla Gardening: Als Form des politischen Protests wird in das Stadtbild bzw. die Stadtbegrünung eingegriffen. Die Guerilla-Gärtner sind kreativ und mit geringer Ausstattung unterwegs, um so z.B. Gemüsepflanzen vor dem Londoner House of Parliament zu setzen.